fboës - Der Blog von Frank Boës

: Filme ausleihen aus dem Internet

Meine Automatenvideothek vor dem Haus hat leider vor geraumer Zeit schließen müssen. Seitdem ist es ein bisschen umständlich geworden, sich Filme in einer Videothek auszuleihen. Deswegen habe ich mir die Tage mal probeweise ein paar Internetvideotheken angeschaut - und ein paar interessante (wenn auch sehr subjektive) Produkterlebnisse gemacht.

Versuch 1: Bei maxdome sucht man sich den Film aus, und wird dann durch einen Anmeldeprozess geführt, kriegt ein paar E-Mails, muss auf ein paar Links klicken. Nach 10 Minuten rumgewurstel ist man wieder in dem nicht mutti-kompatiblen Internetportal, und glaubt sich am Ziel seiner Träume… und wird dann daraufhingewiesen, bitte den Microsoft Internet Explorer zu verwenden. Nachdem man das getan hat, wird man gebeten, seine Cookieeinstellungen zu verändern (hmm, hatte ich das was verstellt?). Und dann wird man noch gebeten, in seinem Microsoft Media Player ein paar Einstellungen zu verändern (wieder die Frage: muss das jeder Mensch machen, oder hatte ich da was verstellt?).

Nach ungefähr 20 Minuten weiterem Gewürge mit den Einstellungen lief dann die Ausleihe und der Film: In VHS-Qualität, und mit einem fest in das Filmmaterial eingebetteten schwarzen Balken oben und unten, so dass das Publikum auf meinem 16:9-Fernseher den gesamten Film mit einem schönen schwarzen Rahmen um das gesamte Bild herum betrachten konnte.

Grmpf!

Außerdem kriegte ich noch eine E-Mail, dass ich durch die Altersprüfung durchgefallen war. Den Prozess für den Nachweis meiner Volljährigkeit habe ich mir nach Studium der zugehörigen Website verkniffen.

Versuch 2: iTunes aufgemacht (ich gebe zu, da war ich schon angemeldet), den Film angeklickt, und sofort in knusperklarem Bild und Ton auf meinem Fernseher bewundert.

Fazit: Online-Videotheken sind definitiv eine tolle Sache, u.a. weil man nie wieder vergisst, einen Film zurückzubringen (den Witz mit der nicht-zurückgespulten DVD spare ich mir hier). Und €3,- für eine Ausleihe ohne das Haus verlassen zu müssen halte ich wirklich für einen vernünftigen Preis.

Aber gerade für den Otto-Normalverbraucher sollten sich doch manche Anbieter überlegen, wie sie die Ausleihe schneller und verständlicher machen könnten. Der erste Kontakt sollte sich jedenfalls nicht anfühlen als ob man versucht, die deutsche Staatsbürgerschaft zu beantragen.

Klare Gewinner sind jedenfalls die Plattformen, die schön integriert sind (so dass man sich mit dem ganzen Kopierschutz- und DRM-Einstellungen nicht mehr herumärgern muss), und in denen man sowieso eine Mitgliedschaft hat.

Dann warten wir mal, wann Amazon in den Internet-Filmverleih einsteigt.

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